Als Mieke Wittmann und Fiona Bliedtner 2025 in Hamburg den Tierschutzverein FAM for Dogs e.V. gründeten (zuvor Dogs of Lombok), lag der Schwerpunkt auf dem Hundeschutz – sowohl in Rumänien als auch auf der indonesischen Insel Lombok. Mittlerweile unterstützt die „FAMily“, wie der Verein liebevoll genannt wird, auch das Katzenschutz-Projekt Home for Hope.
Bis dato gibt es auf Lombok nur wenige Tierschutz-Organisationen, die sich die Rettung und Versorgung von Straßenkatzen und -hunden auf die Fahnen geschrieben haben. FAM for Dogs und Home for Hope möchten diesen Zustand ändern und gemeinsam eine nachhaltige Katzenhilfe aufbauen.
Home for Hope noch in den Kinderschuhen
Das Katzenschutz-Projekt ist dem tatkräftigen Einsatz der indonesischen Tierschützerin Rita zu verdanken. Trotz begrenzter finanzieller Mittel und medizinischer Möglichkeiten versorgt sie derzeit in einem gemieteten Haus in Mataram über 50 Katzen. Viele dieser Tiere hätten auf den Straßen von Lombok aufgrund von Verletzungen und Misshandlungen keine Überlebenschance gehabt.
Weil es sich häufig um akute Notfälle handelt, sind diese Bedingungen jedoch keine langfristige Lösung. Deshalb haben der Tierschutzverein aus Hamburg und Rita eine Vision entwickelt: einen sicheren, dauerhaften Zufluchtsort für Katzen mit dem Namen Home for Hope.
Obwohl für das Katzenheim noch kein geeignetes Grundstück gefunden ist, arbeitet Rita Schritt für Schritt weiter an dem Projekt. Währenddessen unterstützt FAM for Dogs sie dabei, die notwendigen Strukturen zu schaffen. „Unser erster konkreter Schritt ist der Aufbau einer mobilen Quarantänestation“, erklärt Leni von FAM for Dogs. „Neu aufgenommene oder erkrankte Katzen müssen isoliert und medizinisch versorgt werden können. Nur so lassen sich Krankheiten wie Katzenschnupfen, FIV, FeLV und FIP eindämmen.“

Kastrationsprogramme in Planung
Auch Kastrationen sind ein wichtiger Bestandteil der Tierschutzarbeit auf Lombok. Bisher stand jedoch das Hundeprojekt von FAM for Dogs im Mittelpunkt, während Katzen nur vereinzelt kastriert worden sind. Genau diesen Bereich möchte Rita in Zusammenarbeit mit Tierärzten auf der Insel weiterentwickeln.
Leni betont: „Ein Grundsatz von Home for Hope ist dabei, Tiere nicht unnötig aus ihrem vertrauten Umfeld zu nehmen. Katzen, die in sicheren Gebieten leben, sollen nach einer Kastration und gegebenenfalls medizinischen Versorgung wieder dort freigelassen und im Rahmen von Fütterungstouren weiter beobachtet und versorgt werden.“
Auf diese Weise beabsichtige Rita, nicht nur einzelne Katzen zu retten, sondern auf lange Sicht dazu beizutragen, die Situation der Straßenkatzen auf Lombok zu verbessern.
Unterstützt Indonesien den Tierschutz?
Täglich beobachten Tierschützer auf der Insel, wie gefährlich das Leben für Straßenkatzen und -hunde sein kann. Wegen unkontrollierter Vermehrung suchen freilebende Tiere häufiger Nähe zu Menschen und Müllplätzen, so dass Konflikte vorprogrammiert sind – beispielsweise aus Angst vor Tollwut.
Leni berichtet: „Unsere lokalen Tierschützerinnen finden regelmäßig verletzte und angefahrene Hunde und Katzen und kümmern sich um Tiere, die so schwer krank sind, dass sie nicht mehr selbständig überlebensfähig sind.“
In der Vergangenheit existierten auf Lombok sogar Tötungsprogramme zur Kontrolle freilebender Hundepopulationen. Heute setzen die Behörden mehr auf Kastrationsprojekte als Alternative, denn Indonesien verfügt inzwischen über einen rechtlichen Rahmen zum Schutz und Wohlergehen von Tieren: Eine Verordnung des indonesischen Landwirtschaftsministeriums von 2025 regelt ausdrücklich den Umgang mit Hunden und Katzen und schreibt für Maßnahmen zur Populationskontrolle tierschutzgerechte Verfahren vor.
Außerdem gibt es in Indonesien gesetzliche Regelungen zum Tierschutz, unter anderem durch das Gesetz Nr. 18/2009 über Tierhaltung und Tiergesundheit. Der gesetzliche Rahmen verpflichtet zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Tieren, der allerdings oft nicht eingehalten werde.
„In der Praxis klafft eine große Lücke zwischen gesetzlichen Vorgaben und dem Schutz freilebender Tiere. Gerade für Straßenkatzen gibt es kaum funktionierende Strukturen für medizinische Versorgung, Kastrationen und langfristige Betreuung“, beklagt Leni und ergänzt: „Unsere Vorstandsvorsitzende und Mitgründerin Mieke Wittmann konnte aber im Rahmen ihrer regelmäßigen Reisen nach Lombok Kontakte zur lokalen Politik und insbesondere zur örtlichen Polizei aufbauen.“
Gerade bei der Umsetzung des Tierschutzgesetzes sei diese Zusammenarbeit elementar. Gleiches gelte für Home for Hope: „Rita bringt ihre langjährige Erfahrung und Kontakte ein und ist die zentrale Ansprechpartnerin für die Entwicklung des Projekts. Währenddessen werden in Deutschland geeignete Konzepte zur Aufklärung vor Ort entworfen.“

Home for Home sucht Unterstützung
Da Home for Hope noch am Anfang steht, ist das Projekt wie andere Tierschutzprojekte in Indonesien auf Spenden angewiesen. Aktuell liegt der dringendste Bedarf bei der Schaffung einer besseren medizinischen und räumlichen Grundlage. Zur Unterstützung der Katzenhilfe auf Lombok hat FAM for Dogs auf seiner Website ein Spendenformular eingerichtet. Darüber hinaus nimmt der Tierschutzverein Sachspenden entgegen und freut sich über Menschen und Organisationen, die Home for Hope Reichweite bescheren.
Leni sagt abschließend: „Unser größter Wunsch ist, dass sich aus Home for Hope ein nachhaltiges, lokal getragenes Projekt entwickelt, das Rita und den Katzen auf Lombok langfristig zugutekommt.“ (as)
